Segelfliegen über der Schwäbischen Alb

  • Ausrüstungstransporter der Fa. Furth
    Ausrüstungstransporter der Fa. Furth
  • Kloster Neresheim
    Kloster Neresheim
  • Nico Stimming, Jana Timme und Julius Kellings (von li. nach re.)
    Nico Stimming, Jana Timme und Julius Kellings (von li. nach re.)
  • Startaufstellung
    Startaufstellung
  • Regensburg
    Regensburg
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  • Nico Stimming, Jana Timme und Julius Kellings (von li. nach re.)
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Lange war "Corona-bedingt" unklar, ob die Pilotinnen und Piloten des Vereins für Segelflug Krefeld e.V. (VfS Krefeld) ihr diesjähriges Sommerfluglager würden durchführen können. Dank der besonderen Gastfreundschaft der Segelfliegergruppe Neresheim und der großzügigen Flugplatzanlage in Neresheim (Ostalb-Kreis) konnte das Fluglager letzlich doch stattfinden und wurde ein voller Erfolg. Viele erlebnisreiche Flüge mit unvergesslichen Eindrücken konnten so über der Schwäbischen Alb und darüber hinaus durchgeführt werden. Der Schwerpunkt des VfS-Flugbetriebs lag dabei erneut in der Flugausbildung. Aber auch Lust- und Streckenflüge kamen nicht zu kurz.

Dank hervorragender Organisation und Hygienekonzeption von Daniel Heinrichsmeyer und Friedhelm Hochbruck (beide Neukirchen-Vluyn) und der freundlichen Unterstützung der Fa. Schreinermeister Furth (aus Kamp-Lintfort) machten sich rund 40 Mitglieder des VfS Krefeld vom 17. Juli bis 1. August mit "Sack und Pack" auf ins traditionelle Sommerfluglager. "Sack und Pack" heißt in diesem Fall 12 Segelflugzeuge samt  Transportanhänger und Ausrüstung, ein Motorflugzeug, fünf Wohnwagen, zwei Wohnmobile und rund ein Dutzend Zelte. Da auch das Wetter wieder hervorragend mitspielte, konnte das VfS-Team insgesamt über 300 Segelflugstarts mit fast 400 Flugstunden auf dem Segelflugplatz Neresheim durchführen. Immer wieder faszinierte dabei der Blick auf das beeindruckende Kloster Neresheim.

Insbesondere für die vielen mitgereisten Flugschüler/-innen bot das Fluglager ins Neresheim ein ideale Möglichkeiten für individuelle Ausbildungsfortschritte. Insgesamt sieben Fluglehrer übernahmen dazu abwechselnd den Ausbildungsbetrieb und sorgten für gute fliegerische Ausbildungsbedingungen (und das ehrenamtlich!). Um zudem einen besonderer Anreiz zu bieten und die fliegerischen Fertigkeiten zu vergleichen wurde kurzerhand von Fluglehrer Ralf Froese (Krefeld Traar) ein kleiner Wettbewerb in Leben gerufen. Bei je zwei Flügen konnten die Flugschüler/-innen dabei eine gute "Platzrunden-Einteilung", saubere Kreisflüge, weitere Flugübungen und Ziellandungen zeigen. Auch wenn der Spaß im Vordergrund stand, wurden die fliegerischen Fertigkeiten von einer fachkundigen und natürlich neutralen Jury bewertet. Eindeutige Siegerin dieses Wettberwerbs war die erst 15-jährige Flugschülerin Jana Timme (Krefeld) gefolgt von Julius Kellings und Nico Stimming (beide Neukirchen-Vluyn), die sich punktgleich den zweiten Platz teilten.

Darüber hinaus stand für vier Flugschüler/-innen zum Ende ihrer Flugausbildung die Einführung in den Streckensegelflug auf dem Programm. Dank der hervorragenden Wetterbedingungen gelangen alle im Ausbildungsplan geforderten Streckenflüge, so dass nun daheim in Krefeld bald die praktische Abschlussprüfung mit einem Prüfer der Bezirksregierung Düsseldorf erfolgen kann.

Natürlich kamen nicht nur die Flugschüler/-innen auf ihre Kosten. Viele weitere erlebnisreiche und faszinierende Flüge wurden von den Pilotinnen und Piloten des VfS Krefeld durchgeführt. Ausgehend vom Flugplatz Neresheim wurde dabei ausgiebig die Schwäbische und Fränkische Alb, die Donauniederung, sowie die Kocher- und Jagst-Region erkundet. Insgesamt wurden bei knapp 50 Flügen fast 18.000 Streckenflug-Kilometer im reinen Segelflug zurückgelegt. Mehrfach gelangen dabei Flüge über 500 Kilometer, wobei auch der Schwarzwald, der Kraichgau, Odenwald und Spessart, die Rhön, der Thüringer Wald, das Fichtelgebirge sowie der Oberpfälzer und der Bayerische Wald erreicht wurden. Diese Regionen im Segelflug zu erreichen, dabei die wechselnden Landschaften zu erleben, mit Greifvögel oder Störchen zu kreisen und abends dann wieder den Startpunkt zu erreichen, macht sicher einen besonderen Reiz des Segelfliegens aus.

Auch touritisch konnte die Region natürlich intensiv erkundet werden. Sei es bei sportlichen Wanderungen z. B. zur Burg Katzenstein oder bei Ausflügen zum Bodensee, nach Ulm, Ingolstadt und Stuttgart oder nach Augsburg. Besonders reizvoll waren auch die Städte Nördlingen und Dinkelsbühl mit ihren historischen und gut erhaltenen Gebäuden.

Insgesamt blickt der VfS Krefeld somit auf eine sehr schöne und harmonische Zeit in Neresheim zurück. Kein Wunder, dass bei so idealen Bedingungen der Flugplatz Neresheim als Ziel für das VfS-Sommerfluglager 2021 schon jetzt feststeht; dann hoffentlich wieder ohne Corona.

 

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