Mein Austauschschüler und wir

Im Rahmen des Erasmusprogramms der Hermann-Runge-Gesamtschule haben wir uns recht spontan entschieden einen Austauschschüler aufzunehmen. Ich stellte mir darunter eine 15 jährige Spanierin vor, so dass ich als 14 jährige Deutsche mich gut mit ihr austauschen könnte.

Doch es kam anders und das war gut so. Wir bekamen Gustaf aus Schweden zugeteilt. Ein 13 jähriger munterer Junge, der sich gleich mit meinem jüngeren Bruder anfreundete.

Um ihm nach seiner Ankunft einen Überblick über den Niederrhein zu verschaffen, durfte er direkt vom Flughafen Düsseldorf zum Flugplatz Krefeld fahren und dort mit meinem Vater einen zweistündigen Rundflug im Ultraleichtflugzeug des Vereins für Segelflug Krefeld e. V. unternehmen. So ging es über Duisburg, Essen und Velbert zum Kakao trinken zum Flugplatz Leverkusen. Auf dem Rückflug erhielten beide als besonderes Highlight einen genehmigten tiefen Überflug über der Haupt-Start-und Landebahn des Düsseldorfer Flughafens. Dieses coolen Event dankte uns Gustaf mit einem strahlenden Lächeln und so ging es froh gelaunt gemeinsam nach Hause.

Die nächsten Tage fuhren wir immer gemeinsam zur Schule. Dort arbeiteten die Erasmusschüler aus den Ländern Spanien, Italien und Schweden an einem eigenen Projekt. Sie erstellten unter dem Motto „playground europa“ verschiedene Arten Spiele, welche sich auf Europa beziehen und bei dem man in selbst programmierten Apps Fragen zu verschiedenen Ländern beantworten muss. Diese Spiele stellten sie uns bei einem Familientreff am letzten Schultag vor.

In der freien Zeit unternahmen wir verschiedene Ausflüge als Gruppe der Austauschschüler und der deutschen Schüler aus den Betreuerfamilien. So waren wir beim Schlittschuhlaufen in Grefrath, beim Bowlen in Moers und zu einem Tagesausflug in Köln.

Zu Hause blieb gar nicht soviel Zeit, um Gustaf unser Familienleben und die Umgebung zu zeigen. Bei einer kleinen Radtour erkundete mein Bruder Nico mit Gustaf Neukirchen-Vluyn und ich stieg mit ihm auf die Halde Norddeutschland mit herrlichem Blick auf den Niederrhein. Trotz winterlich kaltem Wetter besuchten wir den Gasometer in Oberhausen und froren uns durch die Ausstellung "Wunder der Natur". Aufwärmen konnten wir uns anschließend im CentrO. Um unser aller Sprachkompetenz zu fördern beendeten wir jeden Tag in der Familie mit einer Spielrunde und Smalltalk. Nun kann Gustaf etwas mehr Deutsch und wir sogar ein paar Worte Schwedisch.

Die Woche mit Gustaf verging so wie im Flug. Sie war spannend und informativ für alle Beteiligten. Zwar sind wir nun alle ferienreif, aber ich freu mich schon auf nächstes Jahr und auf den neuen Schüleraustausch. Vielleicht wird es ja dann ein spanisches Mädchen.

Und wenn nicht … ist das auch gut.

 

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